UNSERE KERNKOMPETENZEN

Manuelle Therapie, Kiefergelenkbehandlung, Krankengymnastik, Manuelle Lymphdrainage, Krankengymnastik am Gerät, Bobath, Bindegewebsmassage, Elektrotherapie, Massage, Rotlicht und Warmpackungen, Hausbesuche, Kinesio-Taping
 

Behandlungen

Manuelle Therapie (Therapie mit den Händen)

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Manuelle Therapie ist eine spezielle Behandlungstechnik der Physiotherapie, die sich mit der Mobilisation und Stabilisation von Gelenken beschäftigt.

In einer Zusatzqualifikation, die in der Regel ca. 3 Jahre dauert, erlangt der Physiotherapeut ein erweitertes Fachwissen im Bereich der Physiologie und Anatomie, insbesondere die Funktion aller Gelenke des Körpers und der Wirbelsäule, sowie entsprechende Techniken zur Mobilisation und Stabilisation von Gelenken. Dazu gehören auch Muskeltechniken.
Durch die Manuelle Therapie ist es möglich eine Fehlfunktion der Gelenke zu erkennen und entsprechend zu behandeln.

Eine Fehlfunktion im Gelenk kann sich zum Beispiel durch eine Bewegungseinschränkung (z. Bsp. der Schulter bei Impingement Syndrom oder Blockade der Wirbel) und Schmerzen bemerkbar machen. Aber auch eine Überbeweglichkeit (z. Bsp. durch eine Instabilität im Kniegelenk) kann Schmerzen verursachen.
Deshalb ist es besonders wichtig die Ursachen ihres Beschwerdebildes und der Schmerzen zu finden, um sie mittels einer geeigneten Behandlungstechnik zu beseitigen, damit sie schnell wieder schmerzfrei werden und es auch bleiben.
Dazu ist eine genaue Untersuchung nötig. Diese erfolgt im Rahmen der Behandlung.

Zu Beginn der Behandlung führt ihr Therapeut zunächst ein ausführliches Gespräch mit ihnen um die „Geschichte“ ihrer Beschwerden zu kennen. Hierbei verschafft er sich aufgrund ihrer Beschreibung der Beschwerden schon ein Bild über die Problematik.
Danach folgt die Untersuchung der einzelnen Gelenke bzw. der gesamten Wirbelsäule. Hier verschafft sich der Physiotherapeut nach speziellen Gesichtspunkten und Tests ein Bild über die Beweglichkeit und Funktion der betroffenen Region. Im Zuge dessen analysiert er ebenso die Funktion und Kraft der einzelnen Muskeln und dazugehörigen Muskelgruppen. Auch die Bänder und nervalen Strukturen, welche dem Bereich zugehörig sind, werden auf ihre Funktion und Belastbarkeit getestet.

Durch dieses ausführliche Vorgehen kann somit die Ursache der Bewegungseinschränkung bzw. Fehlfunktion oder Blockade des betroffenen Gelenkes sowie eine eventuelle Koordinationsschwäche festgestellt werden.

Bei der Behandlung werden sowohl passive Grifftechiken am Gelenk angewendet, als auch aktive Übungen integriert. Der Therapeut ist in der Lage mit seinen Händen immobile Gelenke sanft zu mobilisieren um Bewegungseinschränkungen zu beseitigen. Überbewegliche Gelenke werden in der Regel durch ein breites Spektrum an aktiven Übungen stabilisiert. Auch Muskel – und Faszientechniken werden eingesetzt.
Unser Ziel ist es, sie auf ihr Schmerzbild zu behandeln, sodass Sie schnellstmöglich Beschwerdefrei werden und es auch bleiben.
( Zur der schulischen Manuellen Therapie gehören die Behandlungstechniken „Traktion, Kompression und Gleiten.“
Die Traktion (Zug) wird unter drei verschiedenen Stärken kategorisiert: „lösen, straffen, dehnen.“ Durch den entstehenden Zug im Gelenk erfolgt eine Entlastung und Weitung des Kapsel-Band-Apparats, worauf die Produktion der Synovialflüssigkeit (Gelenkschmiere) angeregt wird und der Patient eine Schmerzlinderung verspürt.
Die Kompression (Druck) verwendet man, um ein Gelenk zu zentrieren oder auch zur Stoffwechselanregung und Bildung des Knorpels. Dieser liegt wie eine Schutzschicht über den Gelenkflächen, bildet die Bandscheiben und die Menisken und ermöglicht eine reibungslose Bewegung zwischen beiden Gelenkspartnern. Es ist wichtig, ein Gelenk unter Kompression zu setzten, um die Rezeptoren (Sensoren) anzuregen, die dem Gelenk bei Belastung ihre Funktion wie zum Beispiel beugen und strecken zeigen.
Das Gleiten wendet man hauptsächlich bei einer Bewegungseinschränkung in einem Gelenk an. Man setzt das Gelenk zunächst unter eine „Traktion“ und beginnt anschließend das Gelenk in die eingeschränkte Bewegung zu schieben, das sogenannte Gleiten. Dadurch kann mehr Synovialflüssigkeit (Gelenkschmiere) produziert, die Gelenkkapsel gelöst und das Bewegungsausmaß verbessert werden.)

Kiefergelenksbehandlungen CMD

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C = Cranium (Schädel)
M = Mandibula (Unterkiefer)
D = Dysfunktion (Fehlfunktion)

Die CMD wird als eine höchst komplexe Funktionsstörung gesehen, die über muskuläre Dysbalancen zu einer Aneinanderreihung von Gelenkfehlstellungen führt.
CMD ist ein Überbegriff für eine Fehlregulation funktioneller Zusammenspiele zwischen den Gelenken und den für Statik und -bewegungsverantwortlichen Muskeln.

Auch psychische Faktoren spielen eine große Rolle. Denn über das limbische System beeinflussen sie den Nervus trigeminus, der die Kaumuskulatur zum Knirschen und Pressen veranlasst. Durch die chronische Verspannung der Muskulatur kommt es dann im weiteren Verlauf zu starken Schmerzen und Schädigungen im gesamten Zahnhalteapparat.
Im Umkehrschluss kann auch eine CMD depressive Verstimmung hervorrufen. Da bei einer CMD die Beschwerden meist stark vernetzt sind und auch weit von der Ursache entfernte Symptome eine Rolle spielen, gibt es kein klares Leitbild.
Dennoch bleiben einige Hauptsymptome wie zum Beispiel:
Ohrenschmerzen, Tinitus, Migräne, Herzrasen, Schmerzen des Kiefergelenks, Beckenschiefstand ggf. mit Beinlängendifferenz, diverse Bandscheibenvorfälle, Schwindel ggf. mit Übelkeit, Sehstörungen uvm.

Unter Funktionsstörungen bei der CMD gehören Einschränkungen oder Asymmetrien beim Öffnen oder Schließen des Mundes. Es kann auch ein knacken oder schabendes Geräusch beim Öffnen oder Schließen des Mundes ausgelöst werden, entstehend durch eine Knorpelscheibe, die von der Muskulatur nicht optimal geführt wird. Sehstörungen, Augendruck, Tränenfluss, Atem- bzw. Schluckbeschwerden unklare Schwindelattacken, Konzentrationsstörungen, Müdigkeit bis hin zu unklaren Blutdruckschwankungen können ebenfalls auch auftreten

Um eine wirkliche gezielte Behandlung durchführen zu können, ist es wichtig die Ursachen zu bestimmen. Dies ist nur in der ganzheitlichen Untersuchung möglich, die sich aus interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Ärzten, Physiotherapeuten und bei Bedarf auch Psychtherapeuten besteht.

Darin liegt der Schlüssel zum Erfolg bei diesem komplexen Beschwerdebild!

Weitere Ursachen können sein:

  • Fehlstellung der Bisslage / Zahnkontakt nicht optimal
  • Psychoemotionale Faktoren
  • starkes pressen und und knirschen mit den Zähnen
  • nach Verletzungen zum Beispiel Schleudertrauma
  • asymmetrische Körperstatik durch Zwangshaltungen am Arbeitsplatz oder einseitige sich wiederholende Bewegungen im Sport zum Beispiel Tennis
  • Überlastung des Kapselband-, sowie des Muskelapparates durch ungesunde Angewohnheiten zum Beispiel durch einseitiges Kaugummi oder Fingernägel kauen
  • angeborene Fehlstellung der Wirbelsäule zum Beispiel Skoliosen
  • Beinlängendifferenzen / Beckenschiefstand
  • Arthrosen / Entzündungen

Die Befunderhebung benötigt viel Zeit, denn es wird ein gesamter Haltungssbefund erstellt. Über Ausschlussverfahren werden viele Tests durchgeführt, um die Fehlfunktionen aufzudecken. Im Anschluss wird ein Behandlungsplan erstellt, indem die Ziele des Patienten, als auch die jeweiligen Symptomatik berücksichtigt werden.

Schon nach der ersten Behandlung wird der Patient in die Behandlung mit intigriert. Über Heimübungsprogramme soll der Patient ungesunde Angewohnheiten oder Bewegungseinschränkungen selbst aufarbeiten.

Ziel des Physiotherapeuten ist es zuerst das harmonische Kräftegleichgewicht zwischen Kopf und Becken wieder herzustellen, denn sie bilden die zwei Pole der Wirbelsäule. „Bissfehlstellungen“ (Okklusionen) führen absteigend zu Funktionsstörungen in der Halswirbelsäule, Brustwirbelsäule und der Beckenstatik. Eine alleinige Behandlung lediglich der Kaumuskeln und der Okklusion wäre bei einer CMD-Störung nicht ausreichend, da die Wirbelsäule und das Becken als zentrale Koordinationsstelle nicht berücksichtigt worden ist. Umgekehrt reicht die Behandlung des Beckens mit der Aufrichtung der Wirbelsäule nicht aus, solange die Halswirbelsäule, der Schädel und das Kiefergelenk ihre Störungen behalten.

Nur durch erfahrene Therapeuten, die ihr Wissen in einer Zusatzqualifikation erworben haben und in Zusammenarbeit mit Ärzten lässt sich dieses komplexe Beschwerdebild lösen!

Krankengymnastik

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Krankengymnastik am Gerät (KGG), auch medizinische Trainingstherapie (MTT) genannt ist ein unersetzlicher Bestandteil der physiotherapeutischen Behandlung.
Es ist im Gegensatz zur Krankengymnastik eine einstündige aktive Behandlungsform an medizinischen Trainingsgeräten, sowie an Zugapparaten. Diese Leistung kann für Privat- als auch Kassenpatient vom Arzt verordnet werden.

Meist findet die Krankengymnastik am Gerät in der Gruppe mit bis zu 3 Personen statt. Der Physiotherapeut, der das hierfür benötigte Fachwissen durch eine zusätzliche Fortbildungsmaßnahme erlangt hat, ist während der gesamten Stunde an Ihrer Seite und kümmert sich darum, jeden Teilnehmer bei zum Beispiel der Einstellung der Geräte zu unterstützen, sie bei Fehlhaltungen oder Ausweichbewegungen zu korrigieren oder auch um sie zu motivieren und ihren Trainingsplan zu individualisieren. Als Einzeltherapie kann die Krankengymnastik am Gerät auch verordnet werden. Der Vorteil besteht darin, dass der Physiotherapeut in der einstündigen Behandlungsform Ihnen allein zur Verfügung steht.

Um einen für Sie individuellen Trainingsplan erstellen zu können, muss in erster Linie eine Befunderhebung, also eine Untersuchung mit genauer Analyse Ihres Körpers erfolgen. Somit können Fehlregulationen von Muskelketten, Bewegungseinschränkungen und Koordinationsstörungen festgestellt und gezielt durch das Gerätetraining aufgearbeitet werden. Wichtig ist es auch zu wissen, ob Sie unter einer Erkrankung wie zum Beispiel Diabetes mellitus, Herzschwächen oder an einem Bandscheibenvorfall leiden. Bei Teilnehmern, die an Diabetes mellitus leiden, weicht der Trainingsplan von Teilnehmern ab, die zum Beispiel unter einem Bandscheibenvorfall leiden. Nicht zu vergessen ist die genaue Angabe der Medikation. Nehmen sie zum Beispiel ein blutdrucksenkendes Medikament, weil Sie unter einem zu hohen Blutdruck leiden, muss der Physiotherapeut während der Trainingseinheit Ihren Blutdruck mehrmals messen, um negative Herz-Kreislaufreaktionen zu vermeiden.

Die KGG wird auch als Rehabilitationsmaßnahme angewandt. Neben der manuellen Therapie und Krankengymnastik kann man durch zusätzliches Gerätetraining zum Beispiel die Bewegung des Kniegelenks üben, stabilisieren und trainieren. Das „Üben“ dient dazu, dem Gelenk, durch mehreren Bewegungs- und Belastungswiederholungen das erlangte Bewegungsausmaß zu erhalten, ohne dass eine Leistungssteigerung zu Stande kommt. Das gelingt durch wenig Gewicht und viel Wiederholungen Das Training dient wiederum dazu, die vorhandene Leistungsfähigkeit zu steigern und zu intensivieren. Man nehme dort also mehr Gewicht und weniger Wiederholungen.

Mit dem für Sie gestalteten Trainingsplan können Sie also eine Mobilisierung und Stabilisierung der Gelenke erlangen. Die Kraft und Ausdauer der Muskulatur werden gesteigert und die Koordination wird verbessert. Sie erlernen mit Hilfe des Physiotherapeuten korrigierte Bewegungsabläufe für den Alltag, erlangen eine verbesserte Körperwahrnehmung und steigern somit ihr allgemeines Wohlbefinden. Zusätzlich kann das Gerätetraining auch zur Schmerzreduktion dienen.

Für wen ist die Krankengymnastik am Gerät geeignet?

  • im Anschluss an die Physiotherapie zur Erhaltung und Verbesserung des momentanen Zustandes (z:B. Frozen shoulder)
  • Training für Übergewichtige, Diabetes -und Herz-Kreislauf-Patienten
  • In der Rehabilitation
  • nach Unfällen u./o. Operationen
  • chronische u./o. immer wiederkehrende Rücken- und Nackenschmerzen
  • Haltungsschwächen
  • Gleichgewichts- und Koordinationsschwächen
  • bei Belastungseinschränkungen durch Atemwegserkrankungen (z.B. COPD)
  • psychische Erkrankung (z.B. Depressionen, Burnout)
  • Fit halten für berufliche Anforderungen (körperliche und geistige)
  • Ausgleich zur alltäglichen Belastung

(Was passiert bei sportlicher Aktivität in unserem Körper?
Bei jeder Bewegung verbraucht unser Körper Energie, diese wird durch Aufnahme von Zucker, Fetten, Kohlenhydraten und Eiweißen produziert.
Zu Beginn der Bewegung verbrauchen Muskeln die Glucose in Muskelzellen, ist diese aufgebraucht, muss Glukose aus dem Blutkreislauf, in den bewegenden Muskel nachgeliefert werden. Das heißt je länger die Bewegung ist, desto mehr Glukose muss aufgenommen werden.)

Manuelle Lymphdrainage

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Manuelle Lymphdrainage ist eine sanfte Entstauungstherapie, bei der mit speziellen Techniken der Lymphfluss angeregt oder gar abtransportiert wird.
Der Physiotherapeut, der das benötigte Fachwissen durch einer zusätzlichen Fortbildungsmaßnahme erlangt hat, arbeitet ausschließlich mit seinen Händen mit rhythmischen, flächigen Dehn- und Verschiebetechniken, die vom Druck an das jeweilige Gewebe angepasst wird.

Professionell ausgeführt zeigen sich positive Behandlungsergebnisse sofort. Deshalb ist es von besonderer Wichtigkeit die Therapie nur von geschulten Therapeuten, die Sie in unsere Einrichtung, das Physiotherapie Zentrum in Bad Ems zahlreich finden, ausführen zu lassen.

Das Lymphgefäßsystem:
Neben dem Blutkreislauf befindet sich ein zweites sehr wichtiges Gefäßsystem. „Das Lymphgefäßsystem“. Die Aufgabe des Blutkreislauf ist vor allem Nährstoffe, Stoffwechselprodukte und Wärme zu transportieren, während das Lymphsystem dafür verantwortlich ist, all die Substanzen aus dem Gewebe zu entsorgen, die nicht vom Blutkreislauf abtransportiert werden können,
Dazu gehören überschüssiges Wasser, Eiweiß, abgestorbene Zelltrümmer, Bakterien, Viren, Fettsäure aus dem Verdauungstrakt. All diese Komponenten bilden die Lymphflüssigkeit.
Die Lymphflüssigkeit gelangt zunächst aus dem Gewebe über kleinste Lymphgefäße weiter zu immer größer werdenden Lymphbahnen. Dabei passiert die Flüssigkeit immer wieder die sogenannten Lymphknoten, die als Filterstationen dienen.
Die Lymphknoten befinden sich traubenförmig im Bereich des Halses, der Achselhöhle, der Brust, der Ellenbogen, der Leiste und der Knie. In den Lymphknoten sitzen keimtötende Zellen und weiße Blutkörperchen, die eine reinigende Funktion haben. Über weitere größere Lymphstämme gelangt die Lymphflüssigkeit dann endlich oberhalb der Schlüsselbeine in den Blutkreislauf. Kommt es nun zu Flüssigkeitsansammlungen im Gewebe (Lymphödeme), die nicht abtransportiert werden können, kann dies verherrende Folgen nach sich ziehen wie zum Beispiel:

  • Schmerzen,
  • ästhetische Veränderungen,
  • Wundheilungsstörungen,
  • Bewegungseinschränkungen,
  • Abschwächung des Immunsystems,
  • Entzündungen in jeweiligen Gebiet,
  • Hauterkrankungen.

Die Ursache für die Bildung von Lymphödemen kann angeboren sein (primäres Lymphödem) oder auch hervorgerufen durch ein intaktes Lymphgefäßsystems. Des Weiterem können auch vorübergehende Schwellungen durch Narben nach Operationen, Verletzungen, Erkrankungen des Herzens, der Niere, der Leber oder des Darm entstehen. Eine weitere Ursache einer Schwellung kann eine Erkrankung des Venensystems, einer Schwangerschaft oder ein Lipödem (starke Vermehrung des Fettgewebes) sein.

Durch eine gezielte diagnoseorientierten Befunderhebung – die die Messung und das Erstellen eines persönlichen Behandlungsplans durch den Physiotherapeuten beinhaltet – kann bei regelmäßiger Anwendung ein Behandlungserfolg erzielt werden.

Wie bereits erwähnt, arbeitet der Physiotherapeut ausschließlich mit seinen Händen. Neben der lokalen Anwendung, bei der der jeweilige Gewebezustand die Technik bzw. den Druck vorgibt, ist eine fundierte Vorarbeit absolut notwendig!
Deshalb dauert eine Therapieeinheit in der Regel, je nach Diagnose des Arztes, welcher die Verordnung ausstellt, 30 – 60 Minuten.
Hierzu gehört auch die Kompressionstherapie im Anschluss der Behandlung, mittels Bestrumpfung oder Kompressionsbinden, sowie ein individuell erstelltes Heimübungsprogramm, um den Behandlungserfolg langfristig zu sichern.

Neben der entstauenden Wirkung hat die manuelle Lymphdrainage auch einen beruhigenden Einfluss auf das Nervensystem und dient somit der Entspannung und Schmerzlinderung.

Krankengymnastik am Gerät

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Krankengymnastik am Gerät (KGG), auch medizinische Trainingstherapie (MTT) genannt ist ein unersetzlicher Bestandteil der physiotherapeutischen Behandlung.

Es ist im Gegensatz zur Krankengymnastik eine einstündige aktive Behandlungsform an medizinischen Trainingsgeräten, sowie an Zugapparaten. Diese Leistung kann für Privat- als auch Kassenpatient vom Arzt verordnet werden.

Meist findet die Krankengymnastik am Gerät in der Gruppe mit bis zu 3 Personen statt. Der Physiotherapeut, der das hierfür benötigte Fachwissen durch eine zusätzliche Fortbildungsmaßnahme erlangt hat, ist während der gesamten Stunde an Ihrer Seite und kümmert sich darum, jeden Teilnehmer bei zum Beispiel der Einstellung der Geräte zu unterstützen, sie bei Fehlhaltungen oder Ausweichbewegungen zu korrigieren oder auch um sie zu motivieren und ihren Trainingsplan zu individualisieren. Als Einzeltherapie kann die Krankengymnastik am Gerät auch verordnet werden. Der Vorteil besteht darin, dass der Physiotherapeut in der einstündigen Behandlungsform Ihnen allein zur Verfügung steht.

Um einen für Sie individuellen Trainingsplan erstellen zu können, muss in erster Linie eine Befunderhebung, also eine Untersuchung mit genauer Analyse Ihres Körpers erfolgen. Somit können Fehlregulationen von Muskelketten, Bewegungseinschränkungen und Koordinationsstörungen festgestellt und gezielt durch das Gerätetraining aufgearbeitet werden. Wichtig ist es auch zu wissen, ob Sie unter einer Erkrankung wie zum Beispiel Diabetes mellitus, Herzschwächen oder an einem Bandscheibenvorfall leiden. Bei Teilnehmern, die an Diabetes mellitus leiden, weicht der Trainingsplan von Teilnehmern ab, die zum Beispiel unter einem Bandscheibenvorfall leiden. Nicht zu vergessen ist die genaue Angabe der Medikation. Nehmen sie zum Beispiel ein blutdrucksenkendes Medikament, weil Sie unter einem zu hohen Blutdruck leiden, muss der Physiotherapeut während der Trainingseinheit Ihren Blutdruck mehrmals messen, um negative Herz-Kreislaufreaktionen zu vermeiden.

Die KGG wird auch als Rehabilitationsmaßnahme angewandt. Neben der manuellen Therapie und Krankengymnastik kann man durch zusätzliches Gerätetraining zum Beispiel die Bewegung des Kniegelenks üben, stabilisieren und trainieren. Das „Üben“ dient dazu, dem Gelenk, durch mehreren Bewegungs- und Belastungswiederholungen das erlangte Bewegungsausmaß zu erhalten, ohne dass eine Leistungssteigerung zu Stande kommt. Das gelingt durch wenig Gewicht und viel Wiederholungen Das Training dient wiederum dazu, die vorhandene Leistungsfähigkeit zu steigern und zu intensivieren. Man nehme dort also mehr Gewicht und weniger Wiederholungen.

Mit dem für Sie gestalteten Trainingsplan können Sie also eine Mobilisierung und Stabilisierung der Gelenke erlangen. Die Kraft und Ausdauer der Muskulatur werden gesteigert und die Koordination wird verbessert. Sie erlernen mit Hilfe des Physiotherapeuten korrigierte Bewegungsabläufe für den Alltag, erlangen eine verbesserte Körperwahrnehmung und steigern somit ihr allgemeines Wohlbefinden. Zusätzlich kann das Gerätetraining auch zur Schmerzreduktion dienen.

Für wen ist die Krankengymnastik am Gerät geeignet?

– Im Anschluss an die Physiotherapie zur Erhaltung und Verbesserung des momentanen Zustandes (z:B. Frozen shoulder)
– Training für Übergewichtige, Diabetes -und Herz-Kreislauf-Patienten
– In der Rehabilitation
– nach Unfällen u./o. Operationen
– chronische u./o. immer wiederkehrende Rücken- und Nackenschmerzen
– Haltungsschwächen
– Gleichgewichts- und Koordinationsschwächen
– bei Belastungseinschränkungen durch Atemwegserkrankungen (z.B. COPD)
– psychische Erkrankung (z.B. Depressionen, Burnout)
– Fit halten für berufliche Anforderungen (körperliche und geistige)
– Ausgleich zur alltäglichen Belastung

Was passiert bei sportlicher Aktivität in unserem Körper?
Bei jeder Bewegung verbraucht unser Körper Energie, diese wird durch Aufnahme von Zucker, Fetten, Kohlenhydraten und Eiweißen produziert.
Zu Beginn der Bewegung verbrauchen Muskeln die Glucose in Muskelzellen, ist diese aufgebraucht, muss Glukose aus dem Blutkreislauf, in den bewegenden Muskel nachgeliefert werden. Das heißt je länger die Bewegung ist, desto mehr Glukose muss aufgenommen werden.

Bobath

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Das Bobath-Konzept ist ein lösungsorientiertes Denkmodell zur Behandlung und Befundaufnahme Erwachsener und Kinder mit neurologischen Erkrankungen und Erkrankungen des zentralen Nervensystems.

Das Konzept wird von Therapeuten der Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie sowie von Ärzten und Pflegepersonal optimaler weise in berufsübergreifender Zusammenarbeit angewandt.

Entwicklungsgeschichte:

Das Konzept wurde ab 1940 von der Gymnastiklehrerein Berta Bobath und Ihrem Mann Karel Bobath, einem Neurologen und Kinderarzt, entwickelt. Seit seiner Begründung von 75 Jahren wird das Konzept immer wieder an die neuesten medizinischen und wissenschaftlichen Erkenntnisse angepasst.

Eingesetzt wird das Bobath-Konzept in der Behandlung von Säuglingen, Kindern und Erwachsenen mit Erkrankungen des zentralen Nervensystems wie zum Beispiel:

  • Morbus Parkinson
  • Appoplex (Schlaganfall)
  • Erkrankungen des Rückenmarks
  • Multiple Sklerose

Therapie:

Die Bobath-Therapie stellt die Symmetrie des Körpers wieder her und ermöglicht dem Patienten, den eigenen Körper wieder wahrzunehmen. Die Symmetrie des Körpers ist eine wichtige Voraussetzung für eine natürliche Bewegung.

Der Bobath-Therapeut zeigt dem Patienten Wege auf, wie er seine therapieziele erreichen kann. Dazu erstellt der Therapeut einen Befund bezüglich u.a. der kognitiven Leistung, der Sensibilität und der Beweglichkeit der Gelenke. Gemeinsam mit dem Patienten erarbeitet der Therapeut, wie Alltagsaktivitäten selbstbestimmt realisiert werden können. Während des gesamten Behandlungszeitraumes schätzt der Therapeut die Ressourcen des Patienten ein und analysiert die Einschränkungen, die der Patient krankheitsbedingt hat.

Die Bobath-Lehre stellt den Menschen als Individuum in den Mittelpunkt und nicht das Krankheitssymptom

Fundamente des Bobath-Konzeptes:

Spürbare Erfolge:

Da das Gehirn ständig lernt, ist das Bobath-Konzept eine Behandlungsform, die diese Fähigkeit mit einem 24-Stunden-Ansatz berücksichtigt und dabei nicht nur den Patienten, sondern Angehörige ebenso einbindet wie das Pflegepersonal.

Dazu werden alle Beteiligten und auch der Patient mit dem Konzept vertraut gemacht und dazu angeleitet, das in der Therapie Erlernte zu Hause eigenverantwortlich einzuüben. Das Gehirn lernt nämlich durch Wiederholen.

Hilfe zur Selbsthilfe:

Beim Bobath-Konzept sollen Bewegungsmuster gefestigt und routiniert werden. In unserer Praxis trainieren wir daher Fähigkeiten wie:

  • Gleichgewicht halten
  • Treppen steigen
  • Sicheres Gehen
  • Gedächtnisübungen
  • Und vergleichbares

Aufgaben der Therapie:

Physiotherapeuten führen in der Bobath-Therapie eine spezielle, patientenorientierte Untersuchung und Behandlungen durch.

zur Behandlung gehört unter anderem:

  • Gelähmte Körperabschnitte zu stimulieren und zu kräftigen
  • Muskelspannungen zu regulieren und Folgeschäden wie Steifigkeit zu vermeiden
  • Das Bewegungsgefühl positiv zu beeinflussen
  • Die in der Therapie erarbeiteten Bewegungen für Alltagshandlungen nutzbar zu machen
  • Den Angehörigen Anleitung zur Hilfestellung zu gebenHilfsmittelempfehlungen zu geben

Das Wichtigste Ziel der Behandlung ist die Eigenständigkeit des Patienten zu fördern oder / und zu erhalten.

Wer verordnet die Bobath-Therapie?

Der behandelnde Hausarzt, Neurologe oder Internist stellt die Diagnose, legt das Behandlungsziel fest und kann dann eine Heilmittelverordnung für „Krankengymnastik nach Bobath“ ausstellen.

Wer kann eine Bobath-Therapie durchführen?

Physiotherapeuten erwerbendes Grundwissen für die Bobath-Therapie in ihrer Ausbildung. Allerdings setzt ein optimales Behandlungsergebnis eine spezielle Fortbildung nach dem Bobath-Konzept voraus. Die Ethik von einem Bobath-Therapeuten gehört es, dieses Wissen auf dem neuesten Erkenntnisstand zu halten und es an die Patienten und deren Angehörigen weiterzugeben.

Bindegewebsmassage

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Bei einer Bindegewebsmassage, auch Reflexzonenmassage genannt, handelt es sich um eine manuelle Reiztherapie, bei der durch gezielte Streich- und Zugtechniken das Gewebe am Rücken von Verklebungen gelöst wird. Der positive Effekt der Bindegewebsmassage ist die Reflektion (Fernwirkung) auf innere Organe.

Die Haut ist durch sensible Nerven in „Dermatome“ unterteilt. Unter Dermatome versteht man Hautgebiete, die von Spinalnerven (= Nerven die aus dem Rückenmark kommen) innerviert werden. Jeder Spinalnerv besteht aus mehreren wegführenden (afferenten) Nervenfasern, die über weitere Nerven zur Haut gelangen. Diese versorgen auch die inneren Organe wie zum Beispiel die Leber und Galle, das Herz, der Magen-Darmtrakt, die Milz, die Nieren und vieles mehr.

Durch die Bindegewebsmassage sollen die Organe des jeweiligen Dermatom positiv beeinflusst werden. Sollten während der Behandlung in diesem Gebiet Verklebungen auffällig werden deutet das auf einen Störung des Organs hin.
Eine Bindegewebsmassage dauert in der Regel 15 – 20 Minuten, wobei es bei der ersten Behandlung sogar bis zu 30 Minuten dauern kann.

Zu Beginn der Behandlung wird die Haut des Rückens auf Spnnungsunterschiede, Beschaffenheit, Schwellungen und Aufquellungen sowie auf Einziehungen untersucht. Anschließend wird mit dem „diagnostischen Strich“ die Hautreaktion überprüft. Der Therapeut startet meist anfangs mit dem sogenannten „kleinen Aufbau“. Dieser geht von der Lendenwirbelsäule bis hoch zum Schulterblatt und wird immer paravertebral (neben der Wirbelsäule) sowie wechselseitig ausgeführt. Der kleine Aufbau kann auch noch um „großen Aufbau“ umgewandelt werden. Der Unterschied darin liegt, dass man nicht nur bis zum Schulterblatt geht, sondern paravertebral bis zur Halswirbelsäule.
Die Bindegewebsmassage kann eine Stoffwechselsteigerung, Hyperämisierung (Mehrdurchblutung) und die Strukturverbesserung von pathologischem Gewebe bewirken. Sie hat auch positive Auswirkungen auf die Motorik, Schmerzen aller Art (z.B. Menstruationsbeschwerden, Migräne), Arthrose, rheumatische Erkrankungen, Ischialgien und Neuralgien sowie auf die Muskulatur.

Nicht anwenden sollte sie man bei Gefäßerkrankungen, akuten Entzündungen und Fieber, Krebserkrankungen, akuten Thrombosen und offenen Wunden.
Nach der Bindegewebsmassage ist es wichtig die Reaktionen des Körpers in der Zeit bis zur nächsten Therapie zu dokumentieren, umso eine eventuelle Veränderung festzustellen.

Triggerpunkttherapie

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Triggerpunkte sind Punkte in der Muskulatur, welche sehr schmerzhaft für den Patienten sein können. Diese bilden sich aus Verspannungen in der Muskulatur, sogenannte „Hartspannstränge“. Die betroffenen Muskelareale können nicht mehr die physiologische Anspannung und Entspannung ausführen. Dies führt zur Verkürzung des Muskels und zur Minderversorgung in diesem Gebiet. Meist ist der Triggerpunktschmerz ein krampfähnlicher Schmerz der Bewegungseinschränkungen, Blockaden, Kraftverlust, Entzündungen sowie vegetative Fehlregulationen (Dystonien) hervorrufen kann. Jeder Triggerpunkt verursacht ein Schmerzmuster, worauf sich meist ein Muskel zuordnen lässt. Das heißt, Schmerzsignale werden von diesem Punkt aus gesendet, welche sich im gleichen Punkt (gleicher Stelle) befinden können oder in umliegende Strukturen ausstrahlen.

„Aktive Triggerpunkte“ sind Punkte, die ausstrahlen und dem Patienten Schmerzen in Ruhe oder in Bewegung bereiten. „Latente Triggerpunkte“ sind Punkte, welche dem Patienten keine Schmerzen bereiten.
Um Triggerpunkte zu findet ist es wichtig eine gezielte Anamnese (Befunderhebung) und Charakterisierung des Schmerzmusters durch zum Beispiel Dehn- und Krafttests sowie durch Palpation durchzuführen.

Ursache für die Entstehung der Triggerpunkte können muskuläre Überlastungen, Verletzungen und / oder Traumata, psychosozialer Stress und einseitige Ernährung sein. Die Triggerpunkttherapie erfolgt im Rahmen der Manuellen Therapie. Der ausführende Therapeut benötigt hierfür eine Zusatzqualifikation. Nach einer ganzheitlichen Befunderhebung beginnt der Physiotherapeut den Patienten über die Abfolge der Therapie zu informieren. Es erfolgt die „ischämische Kompression“, bei der der Patient den Druck zwischen 20 % – 30 % Stress bestimmt. Hierbei kann es zu einer Schmerzmusterreproduktion kommen. Dieser Vorgang wird bis zu 3 x wiederholt. Sobald es zu einer Tonusabsenkung kommt entsteht auch gleichzeitig eine Schmerzreduktion. Anschließend werden eine langsame Längsstreichung des Triggerpunkts, die wir als „Stripping“ bezeichnen, und eine Weichteiltechnik, die mit den Fingerknöcheln auf das entsprechende Muskelareals ausgeführt wird, um eine ganzheitliche Mehrdurchblutung zu erreichen. Der Patient bekommt direkt nach der Behandlung gezeigt, wie er die Therapie zu Hause fortführen kann.

Nicht angewandt sollte die Triggerpunkttherapie bei Frakturen (Knochenbrüche), Thrombose und Osteoporose.

Atemtherapie

Mit der Atemtherapie bezeichnen wir Techniken in der Krankengymnastik welche die Atmung bzw. die Atemform auf willkürlichen und unwillkürlichen Weg beeinflussen und Personen (Kranke und Schwangere) zur bewussten Wahrnehmung ihrer normalerweise unbewussten Atemform anleiten. Um das folgende besser verstehen zu können, erkläre ich Ihnen kurz das Atmungssystem.

Jede Zelle unseres Körpers benötigt Sauerstoff (O2) um deren Funktion ausführen zu können. Diesen bekommen die Zellen durch das Atmungssystem. Das Atmungssystem besteht aus den sogenannten oberen und unteren Atemwegen. Zu den oberen Atemwegen gehören die Nase, die Nasennebenhöhlen und der Rachenraum. Zu den unteren Atemwegen zählt man den Kehlkopf, die Luftröhre, die Bronchien und die Lunge. Wir atmen Sauerstoff (O2) über die Nase oder über den Mund ein. Die Nase reinigt, erwärmt und befeuchtet die Atemluft. Von der Nase (oder Nasenhöhle) aus gelangt der Sauerstoff in den Rachen (Pharynx) und wird durch das Öffnen des Kehlkopf (Larynx) in die Luftröhre (Trachea) gebracht. Der Kehlkopf besteht aus Knorpelgewebe und hat die Funktion die unteren Atemwege zu öffnen und zu schließen. Somit regelt er das Belüftungssystem. Am unteren Ende teilt sich die Luftröhre in die sogenannten Bronchien. Davon gibt es zwei „Hauptbronchien“, die sich in links und rechts unterscheiden. Die linke Hauptbronchie teilt sich in zwei „Äste“ auf, die die zwei linken Lungenflügel versorgen. Die rechte Hauptbronchie teilt sich in drei „Äste“ auf, die die drei rechten Lungenflügel mit Sauerstoff versorgen. -Die Lunge wird im lateinischen auch „Pulmo“ genannt.-

Die Zusammenarbeit von Körperkreislauf und Atmungssystem ist für unseren Körper sehr wichtig, umso deren wichtigste Aufgabe zu erfüllen à die Versorgung des gesamten Körpers mit Sauerstoff und der „Gasaustausch“. Der Gasaustausch – also die Sauerstoffaufnahme und die Kohlendioxid Abgabe – findet in den „Alveolen“ statt. Diese sind die kleinen „Bläschen“ unterhalb der „kleinen Bronchien“ (Bronchiolen). die Behandlung:

Auch wie in den anderen Leistungen erarbeitet der Physiotherapeut zusammen mit dem Patienten einen Befund. In diesem Fall bezogen auf die Atmung. Man untersucht die Inspiration (Einatmung) und die Exspiration (Ausatmung) und prüft dabei nicht nur die Art der Atmung, sondern misst auch das Verhältnis von „normaler“ Atmung zur vertieften Ein- und Ausatmung (= Lungenvolumen). Die Atmung des Patienten zeigt uns bereits ob es gewisse Funktionseinschränkungen, Immobilitäten, Hypertonien oder ähnliches vorhanden sind. Des weiterem wir der Thorax (Brustkorb) inspektiert und auch auf die Mobilität der Wirbelsäule und der Rippen geprüft. Hinzu kommt die Untersuchung des Zwerchfells (lat. Diaphragma). -Das Zwerchfell teilt die Brusthöhle von der Bauchhöhle und ist der wichtigste Atemmuskel unseres Körpers. Seine Funktion ist die Kontraktion (Zusammenziehen), diese führt zur Einatmung – Ein hypertones Zwerchfell kann unter anderem zur einer verkürzten Inspiration führen. Die Atemhilfsmuskulatur, ist wie der Name schon verrät ein „Helfer“ der Einatmung. Zu diesen zählen unter anderen Muskeln wie z.B. die Interkostale Muskulatur (Zwischenrippenmuskeln), die die Rippen beim Einatmen heben und beim schnellen Ausatmen wieder zusammen ziehen. Nach der Befundung folgt die eigentliche Atemtherapie. In dieser werden die beim Befund gemeinsam erarbeiteten Ziele und getesteten Funktionseinschränkungen behandelt.

Dazu gehören unter anderem Atemwahrnehmungsübungen: Hierbei versucht der Patient durch Anleitung des Physiotherapeuten die Ein- und Ausatmung bewusst zu kontrollieren und zu steuern. Atmet der Patient z. B: vermehrt in die Brust ein, versucht man durch mehrmaliges Wiederholen die Atmung in den Bauch zu lenken, um eine bessere Belüftung der Lunge zu gewährleisten. Um dies besser umsetzten zu können, kann der behandelnde Physiotherapeut taktile Reize setzten, indem er zum Beispiel die Hand auf den Bauch, Rippen oder Brust legt und der Patient versucht die Hand „weg zu atmen“. Durch diese Übungen wird nicht nur die Wahrnehmung geschult sondern gleichzeitig auch die Rippen und das Zwerchfell mobilisiert und die Einatmung verbessert. Wenn Sie diese Übung auch zu Hause ausführen möchten, können Sie ihre eigenen Hände auf das betroffene Gebiet legen oder ein kleines längs zusammengerolltes Handtuch überkreuzt mit der Öffnung nach vorne um den Brustkorb legen und bei jeder Einatmung gegen den Widerstand des Handtuchs atmen.  Ist aber die Ausatmung eingeschränkt, d.h. Sie können lange einatmen, jedoch nicht lange ausatmen, dann kann das an der verspannten Ausatemhilfsmuskulatur liegen. Dieser Faktor tritt meist bei Patienten mit einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung auf. Hier kann es sein, dass  die Bauchmuskeln, die Rückenstrecker (M. longissimus, M. quadratus lumborum) und der große Rückenmuskel (M. latissimus) sehr verspannt sind.  Eine weitere Behandlungsform ist die Drehdehnlagerung. Diese tragen zur Verbesserung der Beweglichkeit des Thorax und der Rippen bei, lockert die Muskulatur und fördert die Atemwahrnehmung. Hierzu liegt man meist in Rückenlage. Zunächst werden Hüfte und Knie gebeugt und die Füße aufgestellt. Beide Arme gehen hinter den Kopf und werden dort abgelegt (kann variieren). Nun um die Übung einzuleiten pendelt man die Beine von rechts nach links. Bei jeder Einatmung liegen die Beine auf einer Seite, zur Ausatmung gehen diese wieder zurück zur Mitte. Wichtig dabei ist, dass die Atmung die Bewegung kontrolliert und nicht umgekehrt.

Als weiteren Schritt lässt man die angewinkelten Beine zur Seite fallen und versucht diagonal die Knie und die Schulter auf die Unterlage bei jeder Einatmung zu drücken, sodass eine leichte Dehnung im Bereich der Rippen und des unteren Rückens entsteht.  Um die Atemnot bei zum Beispiel einem Asthmaanfall zu reduzieren kann man als atemerleichternde Position den „Kutschersitz“ oder den „Wandstütz“ anwenden. Dadurch wird das Gewicht des Brustkorbs über die Arme abgefangen und der / die Betroffene kann die Kurzatmigkeit durch langsames ein- und ausatmen reduzieren. Hierbei eignet sich besonders die „Lippenbremse“ Sie atmen tief durch die Nase ein, lassen den Bauch „größer“ werden und atmen über leicht geschlossene Lippen wieder aus. Um sich das besser vorstellen zu können, atmen Sie durch einen imaginären Strohhalm aus. Zu den aktiven Maßnahmen gibt es auch passive Maßnahmen. Das heißt zu der Atemtherapie gehören nicht nur Übungen um die Bewegung und Funktion des Brustkorbs zu verbessern oder Übungen um das Lungenvolumen zu steigern, sondern auch Behandlungstechniken zur Lockerung und Spannungssenkung der Muskulatur, sowie Techniken um vorhandenes Sekret in der Lunge zu lösen. Folgende Maßnahmen dazu währen eine Bindegewebsmassage, Ausstreichungen im Bereich der Rippen, Packegriffe, Klopfungen und Vibrationen oder auch eine heißen Rolle.

Die Atemtherapie ist sehr umfangreich und kann durch gezielte Befundung und kontinuierliche Therapie (auch zu Hause) große Erfolge bringen. Sie besteht meist aus Übungen, aber auch aus Weichteiltechniken und Dehnungen im Bereich der Atemhilfsmuskulatur, sowie aus passiver Zwerchfell,- Rippen,- und Thoraxmobilisation. Um Ihre Atmung abgesehen von der Atemtherapie zusätzlich zu verbessern, empfiehlt sich (bei Raucher) das Rauchen stark bis komplett einzuschränken, sich viel an der frischen Luft zu bewegen und Herzkreislauf-Sport zu betreiben.

Haus-/ Heimbesuch

Auch wir bieten Hausbesuche an.

Es ist schwierig oder gar Umständlich für Sie zu uns in die Praxis zu kommen, infolge von schlechter Anbindung durch öffentliche Verkehrsmittel, oder wegen eines ausgesprochenen Fahrverbots vom Arzt aufgrund einer Operation. Sie befinden sich im Rahmen einer Kurzzeit-/oder Langzeitpflege in einem Pflegeheimen oder benötigen weiterführende Physiotherapie nach eines Rehaaufenthalts. Trotz all dieser erschwerten Bedingungen können Sie bei uns physiotherapeutische Maßnahmen im Zuge eines Hausbesuchs in Anspruch nehmen.

Nehmen Sie Ihre Behandlungen durch eine Heilmittelverordnung – ausgestellt von Ihrem Arzt – wahr, so darf dieser bei einer Immobilität durch Krankheit oder ähnlichem Hausbesuche verordnen.

Wenn nicht anders vereinbart kommt Ihr behandelnder Physiotherapeut nach Terminabsprache zu Ihnen ins Haus und therapiert Sie vor Ort. Sollten Sie bedenken bei der passenden „Therapieunterlage“ haben, gibt es immer noch die Möglichkeit eine mobile Liege mitzubringen.

Bei einem Umzug in ein Pflegeheim bleibt es Ihnen offen, ob Sie Ihren behandelnden Physiotherapeuten entsprechend eines Hausbesuchs –vorausgesetzt die Entfernung lässt dies zu- zu Ihnen kommen lassen oder ob Sie die Physiotherapeuten vor Ort nutzen.

Durch Absprache mit dem behandelnden Arzt und dem Pflegepersonal ist es möglich Termine für eine physiotherapeutische Behandlung auch dort vom gewohnten Physiotherapeuten wahrzunehmen.

Wie zu jeder ersten Behandlung führt ihr Therapeut auch beim Hausbesuch zunächst ein ausführliches Gespräch mit ihnen um die „Geschichte“ ihrer Beschwerden zu kennen. Hierbei verschafft er sich aufgrund ihrer Beschreibung der Beschwerden schon ein Bild über die Problematik. Auch im Rahmen eines Haus- / Heimbesuchs ist der Physiotherapeut sehr bemüht Ihr zu Hause optimal in die Therapie mit einzubinden, sodass Sie mit einfachen Mitteln die vorgegebenen Übungen ganz leicht nachmachen können.

Klassische Massagetherapie

Die Massage ist eine Therapiemethode zur Beeinflussung von Tonus (=Spannung) der Haut und Muskulatur, von Kontrakturen, Narben und Zirkulationsstörungen durch Dehnungs-und Zugreize. Der Begriff Massage stammt aus dem griechischen „massein“ oder „masser“ = kneten, reiben, betasten.

Zu den ältesten Heilbehandlungen aller Kulturvölker unserer Erde zählt die klassische Massagetherapie. Im chinesischen Buch „Kong Fu“ –geschrieben 3000 vor Christus- finden sich erste Aufzeichnungen über Massageanwendungen. Auch erscheinen bei den Indern, Ägyptern, Griechen und Römern schon mehrere hundert Jahre vor Christus genaue Angaben über die Massage und ihr Anwendungsgebiet. Im Mittelalter geriet sie dann leider in Vergessenheit und wurde meist nur von Laien in der Volksheilkunde und von einigen Priestern in Klöstern betrieben.

Die physiologische Wirkung der Massage:
Die Massage hat für die Haut zunächst durch die rein mechanische Reibung eine Abschilferung der obersten Epithellagen (Deckgewebe) zu Folge. Durch die Entleerung der Hautvenen beim Streichen kommt es auch zum Freiwerden von Gewebsstoffen und Hormonen. Über sensible Nerven erfolgt eine Beruhigung erregter Patienten.
Ungeklärt hierbei sind noch die Beziehungen der elektrischen Potentiale zwischen Behandler und Patient.

Die Rumpf- und Gliedermassage lässt die Oberflächentemperatur ansteigen und die Rektaltemperatur fallen- umgekehrt die Bauchmassage-, was darauf hinweist, dass die Bauchmassage das Blut ins Becken strömen lässt und bei der Rumpfmassage eine arterielle Hyperämie (=Mehrdurchblutung der Arterien) entsteht.

Durch eine Massage werden histaminartige Stoffe in der Haut frei wodurch vermehrt Flüssigkeit aus den Kapillaren in das Gewebe gelangt. Der dadurch steigende Gewebsdruck erweitert die Lymphgefäße und regt den Lymphabfluss an. Zusätzlich steigt der Abtransport von Eiweiß aus der Haut an.
Die Wirkung auf das Unterhautfettgewebe ist bis heute umstritten- es wird bei Korpulenten weicher, aber doch nicht dünner. Die Verkleinerung des Umfangs erklärt sich eher durch die Verbesserung des Lymphstromes und daraus folgernd die Erhöhung der Harnausscheidung. Schlacken können so abgebaut und Wasser ausgeschieden werden.

Wirkung auf die Muskulatur:
Nach der Massage ist der Muskel leitungsfähiger. Unter 3 – 5 Minuten Massage erholt sich dieser besser als bei 10 – 20 Minuten Ruhe. Die Leistung wird um das drei bis siebenfache erhöht. Die Wirkung der Massage auf den Säure-Basen-Haushalt des Muskelgewebes ist anders als bei Wärme oder aktiver Bewegung.

Wirkung auf den Verdauungsapparat:
Durch die Massage kann eine Funktionsverbesserung von Leber, Galle und Pankreas (Bauchspeicheldrüse) und Magen entstehen. Auch Darmgase werden schneller resorbiert und durch die Lunge ausgeschieden.

Zusammenfassend kann man sagen, dass die Massage einen deutlichen Einfluss auf den Blutkreislauf hat. Die Venen werden entleert, die Kapillaren eröffnet, die Blutströmungsgeschwindigkeit erhöht und die Muskulatur leistungsfähiger. Zusätzlich wird der Lymphstrom gefördert und die Harnsäureasscheidung gesteigert. Der Blutzucker wird gesenkt, die Darmperistaltik und Magensäure angeregt und die Sensibilität wird herabgesetzt.

Indikationen:
Ausgezeichnete Indikationen für die Massage sind nicht nur die üblichen Anwendungen bei Lumbago, Myogelosen, Neuralgien sondern vorzüglich geeignet ist die Massagetherapie bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Erkrankungen der Atmungsorgane, des Verdauungssystems, des zentralen Nervensystems sowie bei Diabetes mellitus und zur Nachbehandlung bei Frakturen und Verletzungen.

Kontraindikationen:

  • Fieberhafte Schübe
  • Entzündungen
  • Akute Schwellungen nach Unfällen
  • Mitralstenose (= Einengung der Mitralklappe im Herzen)
  • Tuberkolose
  • Karzinom
  • Destruierenden Prozessen am Skelett
  • Thrombophlebitis (wobei Thrombophlebitis am Unterschenkel eine Massage am Nacken durchaus zulassen kann.)
Warmpackungen / Rotlicht

Rotlicht und Warmpackungen sind Nebenleistungen die zuzüglich zur klassischen Massagetherapie, Krankengymnastik und Manuellen Therapie von Ihrem behandelnden Arzt verordnet werden kann. Diese wird meist vor der eigentlichen Behandlung angewandt um eine Hyperämie (Mehrdurchblutung) und Entspannung der Muskulatur und des Körpers zu erreichen.

Die Warmpackung ist im Vergleich zur Fango ein mit Paraffin gefülltes Kissen, das in einem Wärmeschrank oder Wasserbad erhitzt wird. Das korrekte „Einpacken“ des Patienten in die Warmpackung, erlernen die Physiotherapeuten bereits im Rahmen der Ausbildung. Zunächst wird eine Wolldecke über die Therapieliege gelegt. Darauf folgt ein großes Laken auf das man die Warmpackung bettet. Um eventuelle Verbrennungen vorzubeugen oder wärmeempfindliche Patienten zu schonen, packt man ein Handtuch nochmals über das Wärmekissen. Ist dies alles vorbereitet, so kann sich der Patient mit dem Rücken voran auf die Warmpackung(en) legen.

Die Position der Warmpackung wird je nach Schmerzareal individuell vom Patienten bestimmt. So können Sie bei einem „LWS-Syndrom“ (Schmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule) die Warmpackung quer im Bereich der Lendenwirbelsäule in Empfang nehmen.

Liegt der Patient bequem wird er mit einer besonderen Wickeltechnik, zuerst mit dem Laken danach mit der Wolldecke eingepackt. Die Technik ist mit dem „pucken“, das bei Babys angewandt wird, vergleichbar.

Das Rotlicht kann im Sitzen oder in der Bauchlage ausgeführt werden. Dazu legt der Patient das betroffene Areal frei und nimmt auf dem Stuhl oder der Therapieliege platz. Der Physiotherapeut positioniert das Rotlicht mit einem Abstand von 0,5 Metern über den Rücken des Patienten.

In der jetzigen Position verweilt der Patient ca. 15 – 20 Minuten, danach folgt die jeweils dazu verordnete Behandlung.

Indikationen für die Wärmeanwendungen sind Muskelverspannungen, -verkürzungen, Kontrakturen, Wirbelsäulen-Syndrom, posttraumatische Zustände. Nicht ausführen sollte man die Wärmeanwendungen bei Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems, Angina Pectoris, Tuberkulose, fiebrige Erkältung, Thrombose, Fehlfunktion des Nervensystems, akut entzündliche Prozesse, etc. Sollten Sie sich ungewiss bezüglich der Warmpackung und Ihrer Erkrankung / Nebenerkrankung sein, können Sie gerne vorher Rücksprache mit Ihrem behandelten Arzt oder Physiotherapeuten halten.

Elektrotherapie

Die Elektrotherapie ist eine von vielen Fachrichtungen der Physikalischen Therapie. Ihre ständig wachsende Bedeutung lässt sich dadurch erklären, dass viele empirisch gewonnen Erkenntnisse laufend durch Fortschritte der Wissenschaft untermauert werden können. Außerdem unterstützt bzw. erleichtert die rasche Entwicklung der Elektronik – besonders in den letzten Jahren – die Forschung und therapeutische Anwendung in diesem Bereich sehr stark. Eine erfolgreiche Anwendung der Elektrotherapie setzt voraus, dass man Wesen und Wirkung dieser Maßnahme kennt und versteht.

Entsprechend den Wirkungen unterteilt man die Elektrotherapie in 2 große Gruppen.

1. Reizstromtherapie:
-> Stromformen mit Frequenzen bis ca. 100.000 Hz können aufgrund ihrer Impulsdauer das Nerven-Muskel-System reizen. Dies ist daran erkennbar, dass ab einer bestimmten Intensität einerseits eine Stromempfindung zustande kommt, andererseits Muskelaktionen auftreten.
Diese Reizströme werden auch nach ihrer Frequenz eingeteilt in

  • Niederfrequente Ströme 0 – 1000 Hz
  • Mittelfrequente Ströme 1000 – 100.000 Hz

2. Wärmetherapie:
-> Stromformen mit Frequenz über 100.000 Hz können aufgrund ihrer zu kurzen Impulsdauer das Nerven-Muskel-System nicht mehr beeinflussen. Deshalb ist es möglich, so hohe Intensitäten zu verwenden, dass eine therapeutisch nutzbare Wärme entsteht.

Diese Stromformen werden als Hochfrequente Ströme bezeichnet

Bei der Elektrotherapie kommt eine Vielzahl von Wirkungen zustande. Ausschließlich einzelne Reaktionen hervorzurufen ist nahezu unmöglich, da die Wirkungen miteinander verknüpft sind. Es ist durchaus möglich, durch Anwendung von bestimmten Stromformen und Intensitäten bestimmte Wirkungen besonders hervorzuheben oder auszuschließen.

Unter Hauptwirkungen zählt man zum Beispiel: Hyperämien (= Mehrdurchblutungen), Analgesien (=Schmerzdämpfung), Muskelaktionen und die Elektrolyse.

Zusätzlich kann die Elektrotherapie eine Wirkung auf das zentrale Nervensystem haben, sie kann den Muskeltonus (Muskelspannung) beeinflussen, die inneren Organe anregen und eine Reaktion auf die Psyche nehmen.
Die Hyperämie, also die Gefäßerweiterung ist sichtbar als Erythem (Rötung) vor allem unter den Elektroden. Die Mehrdurchblutung tritt jedoch im gesamten vom Strom durchflossenen Gebiet auf. Die Hautrötung hält bis zu einigen Stunden nach der Anwendung an. Nach dem Abklingen des Erythems bleiben die Gefäße noch weitere Stunden in erhöhter Reizbarkeit, welche sich in verstärkter Reaktion auf thermische und mechanische Reize äußert.
Für die schmerzdämpfende Wirkung des Reizstroms gibt es eine Vielzahl von Erklärungen. Je nach Stromform führen verschiedene Anlegetechniken auf unterschiedlichen Wegen zur Schmerzdämpfung.

Das Zustandekommen der Muskelaktion ist grundsätzlich davon abhängig, dass die Intensität hoch genug ist, um das Nerven-Muskel-System zu reizen. Für die Art der Muskelaktion ist die Frequenz ausschlaggebend.
Die Wirkung auf das zentrale Nervensystem (ZNS) kommt nur zustande, wenn Gleichstromanwendungen durchgeführt werden und eine Elektrode in unmittelbarer Nähe zum ZNS (Gehirn, Rückenmark) platziert wird. Bei Elektrodenanlagen an den Extremitäten wird das ZNS direkt nicht beeinflusst.
Sämtliche Wirkungen einer elektrotherapeutischen Anwendung können auf unterschiedliche Art und Weise die Muskelspannung beeinflussen. Diese Tonusveränderung (Spannungsveränderung) bleibt häufig nicht nur auf den Applikationsort begrenzt, sondern betrifft auch entfernt liegende Muskeln, evtl. die des gesamten Körpers.

Bereits beschriebene Wirkungen, z.B. Hyperämie oder Analgesie, können auch an inneren Organen hervorgerufen werden. Diese Beeinflussung kann auf verschiedenen Wegen stattfinden:

  • direkte Beeinflussung: Dabei wird die Elektrodenanlage so gewählt, dass die entsprechenden Organe im durchströmten Gebiet liegen.
  • beim Reflexweg werden im entsprechenden Hautsegment
Schmerztherapie

Die geschichtliche Entwicklung des Schmerzverständnisses
Um 1925 konnte man mittels des Fortschrittes in der Elektroabteilung differenzieren, dass Nervenbahnen eine unterschiedliche Leistungsgeschwindigkeit haben.
1969 wurden von Charles Sharrington Schmerzrezeptoren mit den dazugehörigen Leitungsbahnen nachgewiesen. Ca. 1980 fand man heraus, dass man durch eine gezielte Reizung eines Schmerzrezeptors eine exakte Schmerzwahrnehmung auslösen kann. Daraufhin wurde noch intensiver nach dem Phänomen „Schmerz“ geforscht wo es zu einer Differenzierung von verschiedenen Schmerzformen kam.

Definition von Schmerz nach der international association for the studies of pain (IASP)
„Schmerz ist ein unangenehmes Gefühls- und Sinneserlebnis, das mit aktueller oder drohender Gewebeschädigung verknüpft ist oder mit dem Begriff einer solchen Schädigung beschrieben wird.“

Warum reagieren die Menschen bzw. Lebewesen mit Schmerz?
Die Sinneswahrnehmung „ Schmerz“ ist der erste (primitivste) Reflex, der angeboren ist und bis zum Lebensende erhalten bleibt. Diese angeborene, physiologische Wahrnehmung ist eine Schutzreaktion des Körpers, damit das Überleben der Menschen bzw. Tiere gesichert ist. „ Schmerz“ ist also keine negative „Einrichtung der Natur“, sondern eine unbedingt lebensnotwendige Empfindung.

Warum wurde die Schmerzphysiotherapie für Physiotherapeuten/innen entwickelt?
Es gibt in Deutschland ca. 13 Millionen sogenannte „chronische Schmerzpatienten“ (die Dunkelziffer ist weitaus höher). Die meisten dieser Betroffenen können Jahrzehnte lange Leidensgeschichten hinter sich haben. Ständige Besuche bei verschiedensten Ärzten sind charakteristisch für diese Personengruppe. Fatalerweise kommt es bei chron. Schmerzpatienten oft zum Schmerzmedikamentenmissbrauch (=Abusus), oder zum erhöhen Konsum von Alkohol oder Drogen. Auch Schlaftabletten werden häufig konsumiert, da auf Dauer der Schlaf-Wachrhythmus gestört ist. D.h. die Betroffenen haben Einschlaf- und Durchschlafprobleme.
Patienten mit chron. Schmerzen sind oft einer Vielzahl von Faktoren ausgesetzt:
Depression, Rückzugsverhalten, Angst und Verzweiflung sind nur einige Folgen. Hinzu kommt häufig Mobbing am -oder gar der Verlust- des Arbeitsplatzes, woraus sich eine Lebensunzufriedenheit resultiert. Nicht selten endet dieser Teufelskreis von Überforderung, Abhängigkeit und Missbrauch von Medikamenten und ähnlichen in der Frühverendung. Diese Tatsache bedeutet einen erheblichen Folgeschaden für die allgemeine Wirtschaftslage in Deutschland.

Wann spricht man von chronischen Schmerzen?
Man spricht von chronischen Schmerzen, wenn diese über einen Zeitraum von 3-6 Monaten bestehen.

Schmerzphysiotherapie:
Es handelt sich bei der Schmerzphysiotherapie um eine nichtmedikamentöse Therapieform, die von einem dafür speziell ausgebildeten Therapeuten mit benötigter Zusatzqualifikation und Abschluss eines Examens ausgeübt werden darf. Diese Therapieform wendet man an um chronische Schmerzzustände zu behandeln. Die Betroffenen brauchen demnach professionelle Hilfe, die sie durch psychiatrische und psychologische nichtmedikamentöse Therapieformen erlangen können, sowie durch aktive ergänzende Therapieverfahren.
Eine aktive Therapie kann unter anderem Sportphysio-, Ergo-, Kunst-, Musiktherapie oder Osteopathie sein.

Die Schmerzphysiotherapie ist als eine Therapiedisziplin entwickelt worden um den Betroffenen Patienten auf lange Sicht gesehen zu helfen!
Oft haben diese Patienten eine langjährige Odyssee, gekennzeichnet durch Dauerbesuche bei verschiedensten Fachärzten oder Rehamaßnahmen, hinter sich. Diese bringen meist nicht den ersehnten Erfolg. Die Patienten zeigen häufig ein multimorbides Beschwerdebild, welches charakterisiert ist von Begleiterkrankungen.
Die Schmerzphysiotherapie hat sich zum Ziel gesetzt diesen Teufelskreis des chronifizierten Schmerzbildes zu durchbrechen: Sie setzt nicht da an, wo der Schmerz ausgelöst wird, sondern geht auf Ursachenforschung. Auch wenn der Schmerz in einem bestimmten Bereich wahrgenommen wird, muss dieser Bereich nicht die Ursache dafür sein. Der Schmerztherapeut behandelt nach einem sogenannten „Ebenensystem“, das heißt:

  • a) lokale Ebene Schmerzbereich
  • b) fasziale Ebene
  • c) segmentale Ebene
  • d) vegetative Ebene
  • e) viszerale Ebene
  • f) psychoemotionale Ebene
  • g) energetische Ebene (psychoenergetische Ebene)

a) lokale Ebene:
diese Ebene muss sehr sorgfältig untersucht werden um abzuklären ob der Schmerzauslöser nur an der lokalen Schmerzstelle liegt, oder ob mehrere Ebenen betroffen sind. Wenn sich bei der Diagnostik herausstellt, dass der Schmerz explizit an der Schmerzstelle auch entstanden ist (Schmerzauslöser und Schmerzstelle liegen übereinander), dann ist auch eine lokale Behandlung an der Schmerzstelle ausreichend. Sollte sich herausstellen, dass dem nicht so ist, muss man auf den weiteren Ebenen zusätzlich untersuchen. Wichtig zu wissen ist, dass eine Therapie an der lokalen Ebene nur Sinn macht, wenn der Schmerzauslöser auch genau auf dieser lokalen Ebene liegt. Wenn nicht, müssen die weiteren Ebenen zusätzlich untersucht werden. Um einen anhaltenden Erfolg zu erreichen.

Untersuchung:
Die einzelnen Untersuchungsabschnitte die dieser Ebene zugeordnet sind, erstrecken sich von der Untersuchung / Behandlung des Fußes, der Untersuchung / Behandlung der Kniegelenke, der Hüfte und des Beckens der Wirbelsäule, der Schultergelenke, der Armgelenke und der Hände. Hierzu werden Techniken aus der manuellen Therapie, der Osteopathie, Cyriax und der Biomechanik angewandt.

b) segmentale (fasziale) Ebene:
Definition „Faszie“: die Faszien werden dem Bindegewebe zugeordnet = dünne Bindegewebshüllen, die eine Verbindung schaffen über sogenannte Faszienbahnen von den Füßen, über den Rumpf bis hoch zu dem Kopf und zu den Armen. Diese Faszien sind aber auch störanfällig  die Faszien ziehen sich normalerweise 8-12x / Minute zusammen. Sie stehen mit dem vegetativen Nervensystem in Verbindung. Bei länger anhaltendem Stress (psychisch oder körperlich) kommen dieser Rhythmus und das System durcheinander, sodass sich die Faszien häufiger als 8-12x / Minute kontrahieren. Eine mögliche Folge dieser Störung können unruhige Beine („Restless-Legs-Syndrom“) sein.

Die Untersuchung und Behandlung dieser Ebene beruht sich auf die fünf Prinzipien der Osteopathie:
1. Struktur und Funktion
2. Selbstheilungskräfte des Patienten
3. Der Körper als Einheit betrachtet
4. Durchblutung
5. Die ganzheitliche Betrachtung des Patienten

Mit einer oder zwei Händen wird die Faszie lokal untersucht. Globale Untersuchung werden über Techniken der Osteopathie (z.B. Zwerchfell) durchgeführt

c) segmentale Ebene:
Diese beinhaltet das zentrale Nervensystem und das Rückenmark, sowie das periphere Nervensystem (-> dieses leitet Informationen unter anderem in der Rumpf, in die Arme und Beine) und die Hirnnerven.
Zu dieser Ebene gehören auch Muskelbereiche, Hautareale, Nervengeflechte (zum Beispiel Sonnengeflecht), sowie motorische (für Bewegung zuständig) und sensible Nerven, die sogenannten Spinalnerven.

Die Behandlung der segmentalen Ebene erfolgt durch Griffe aus der manuellen Therapie und Osteopathie. Die Untersuchung der Wirbelbewegung und Wirbelbeweglichkeit, der Rippenbeweglichkeit und der Halswirbelsäulenbeweglichkeit ist zunächst Priorität, anschließend werden die Motorik und die Sensibilität in den einzelnen Wirbelsäulenabschnitten getestet.

d) vegetative Ebene:
Diese Ebene bezieht sich auf das vegetative Nervensystem, das bei jeder chronischen Schmerzerkrankung beeinflusst wird. Die Hautaufgabe des vegetativen Nervensystems besteht in der Aufrechterhaltung der Homöostase, das heißt eines Gleichgewichts im Organismus zum Beispiel eine Gleichgewichtige Regulation zwischen Hormonen und des Nervensystems. Die Schmerztherapie kann ihren Ansatz nur über die Ansteuerung von Sympathikus und Parasympathikus finden. Das vegetative Nervensystem steht auch in Verbindung mit dem Immunsystem und dem endokrinen System (z.B. Drüsenfunktion, Hormonsteuerung, etc.)
Die Behandlung auf vegetative Ebene ist unverzichtbar im Bezug auf die Heilung.

Die Behandlung vollstreckt sich vom Kopf bis zum Hals, von der Schulter bis zur Hand und vom Beckenkamm bis zum Fuß. Man beginnt mit einem Abtasten der einzelnen Körperabschnitte von Kopf bis hin zu den Füßen. Sollten in diesem Bereich Narben vorhanden sein werden diese gegebenfalls auch behandelt. Anschließend erfolgen eine visuelle Beurteilung der jeweiligen Bindegewebszonen, sowie eine Testung der Gewebeverschieblichkeit und der Sensibilität. Es werden zur Behandlung der vegetativen Ebene werden Techniken aus der Bindegewebslehre, der Traditionellen chinesischen Medizin, der Fußreflexonentherapie, sowie aus der Heilpraktikerlehre angewandt.

e) viszerale Ebene:
Diese beinhaltet die Untersuchung und die Behandlung der Organe. Dabei kann der Therapeut unterschiedliche Reflexsysteme nutzen wie zum Beispiel die Ohrenreflexonen, Fußreflexzonen und Bindegewebszonen. Welche Reflexsysteme ihre Anwendung in der Schmerztherapie finden, hängt vom Patienten ab. Nutzen von neurolymphatischen Reflexzonen.
Die Behandlung wird mit schmerzfreien Griffen aus der Lymphdrainage- und der Fußreflexzonentherapie, sowie der Heilpraktikerlehre ausgeführt. Auch sanfte Griffe aus der klassischen Massage und der Bindegewebsmassage wie zum Beispiel Friktionen gehören zu der Behandlung der viszeralen Ebene.

f) energetische Ebene:
in der Schmerztherapie spielt die energetische Ebene eine wichtige Rolle, denn auch im Bezug auf die Energetik kann es zu Dysfunktionen und Störungen kommen. Die energetische Ebene kann alle anderen Ebenen beeinflussen. Über die energetische Ebene können sowohl lokale Schmerzstellen, als auch faziale und vegetative Störungen beeinflusst werden.
Um die energetische Ebene zu behandeln, werden Techniken aus der traditionellen chinesischen Medizin, aus der Heilpraktiker-Lehre und der Fußreflexonenbehandlung angewandt.

g) psychoemotionale Ebene:
Das limbische System (Gefühlszentrum im Gehirn) hat eine entscheidende Bedeutung im Bezug auf körperliche Reaktionen und deren Schmerzbewertung. Die Schmertherapie ist eine Behandlungsmöglichkeit bei psycho-emotionalen Funktionsstörungen. Sie findet Ihre Anwendung auch in der Behandlung von Stresserkrankungen. Hierbei spielt auch das Verständnis um neurophysiologische und hormonelle Zusammenhänge eine große Rolle. Die Schmerztherapie kann auch eine wertvolle Behandlungsmöglichkeit bei Schwerkranken und sterbenden Patienten sein (Palliativ-Medizin). Zusätzliche Anwendungsgebiete der Schmerztherapie finden sich in der Traumatologie (unter anderem auch begleitend zu psychotherapeutischen Therapieformen)

h) erweiterte Ebene:
dazu zählen hormonelle und endokrine (das Drüsensystem betreffend) Zusammenhänge; Dysfunktionen und Krankheiten. Aber auch Zusammenhänge zwischen den Organen des zentralen Nervensystems und dem endokrinen Systems. Auch Grundlagen des Immunsystems spielen in der Schmerztherapie eine entscheidende Rolle.

Die Schmerztherapie kann mit einem üblichen KG-Rezept durchgeführt werden.

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